Schwerpunkt Krise in Griechenland 2013
Griechenland in der Krise
Allen Beschwichtigungsformeln der deutschen Politik im vergangenen Wahlkampf zum Trotz dauert die Krise des Euroraumes an. Die nationalen Krisen der Euroländer sind Ausdruck der nach wie vor andauernden globalen Wirtschaftskrise. Ob Irland, Spanien, Portugal oder Griechenland, die dramatischen Entwicklungen in diesen besonders betroffenen europäischen Staaten sind partikulare und lokale Ausprägungen eines globalen Phänomens, das in den je spezifischen sozio-historischen Kontext dieser Länder eingebettet ist.
In Griechenland, dem europäischen Sorgenkind Nr. 1, ist die Lage so dramatisch, dass von einer veritablen Staatskrise gesprochen werden muss – nicht nur ökonomisch, sondern in allen Aspekten des griechischen Gemeinwesens. Ob es sich um die gnadenlos grassierende Pauperisierung der Mittelschicht, die zeitweise gewaltsamen Auseinandersetzungen auf den Straßen Athens und Thessalonikis, den zunehmenden aggressiven und gewaltsamen Rassismus, den unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch des akademischen Systems oder die staatsstreichartige Festnahme von Parlamentsabgeordneten der neonazistischen Partei „Goldene Morgenröte“ handelt, die Krise hat weitreichende Auswirkungen. In Griechenland steht nicht weniger auf dem Spiel als das Funktionieren der Demokratie.
Demokratisierung als Ziel der europäischen Integration Griechenlands
In der modernen Geschichte Griechenlands war Staatsverschuldung ein beständig wiederkehrendes Thema, das Land ist bereits mehrfach bankrott gegangen. Auch als 1981 der Beitritt Griechenlands zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) vollzogen wurde, handelte es sich nicht eben um ein wirtschaftlich prosperierendes Land, das da zum zehnten Mitgliedstaat der EWG wurde. Nach der Obristendiktatur unter Papadopoulos von 1967 bis 1974 erholte sich das gebeutelte Land wirtschaftlich nur langsam. Der Beitritt zur EWG war in dieser Zeit ein Signal an die demokratischen Kräfte in Griechenland: Nicht wirtschaftliche Gründe waren primär ausschlaggebend, sondern die Unterstützung der noch jungen Demokratie. (So war es übrigens auch bei Spanien und Portugal, zum Zeitpunkt ihres EWG-Beitritts ebenfalls Nachdiktaturländer.) Das gerät sehr gern in Vergessenheit, wenn die europäische Integration auf einen Prozess rein wirtschaftlicher Zusammenarbeit in Europa reduziert wird. Zugleich ging es um eine Bindung Griechenlands an Westeuropa – insbesondere wegen der geostrategischen Lage, benachbart zur Türkei und dem Nahen Osten. (Die historischen Zusammenhänge hat jüngst der Münchener Neogräzist Ioannis Zelepos in einem sehr differenzierten Aufsatz dargestellt.)
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Stellen sich mir 2 Fragen ... wenn die "politischen Eliten" nicht ausgewechselt werden, was soll sich je zum Besseren ändern? Und vor allem ... WELCHE ELITEN???
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